Tag der offenen Tür
27. und 28. August 2016
im Bundesministerium für Gesundheit

Immer am Ball bleiben heißt ...
Das Präventionsgesetz
Die Verbesserungen im Überblick

Immer am Ball bleiben heißt ...

Das Präventionsgesetz im Überblick

Weitere Informationen:

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

jeder von uns wünscht sich bis ins hohe Alter Gesundheit. Wir alle
können mit einer gesunden Lebensführung dazu beitragen, dass diese
Hoffnung Wirklichkeit werden kann. Nun kann man eine gesunde
Lebensweise nicht verordnen, wie Geschwindigkeitsbegrenzungen im
Straßenverkehr. Wir können aber Menschen motivieren, sich über
ihre Gesundheit Gedanken zu machen  und etwas dafür zu tun.
Diesen Weg wollen wir mit dem Präventionsgesetz einschlagen.
Deshalb werden wir die Angebote in den Lebenswelten stärken und
wichtige Maßnahmen ergreifen, um Impflücken in allen Altersstufen
zu schließen. Die wichtigsten Verbesserungen haben wir nachfolgend
für Sie zusammengefasst.

Das Präventionsgesetz ist ein wichtiger Schritt, die Gesundheitschancen
für alle Menschen zu erhöhen. Für eine gesunde Lebensweise ist es nie
zu spät. Dabei heißt es für die Politik wie für jeden Einzelnen: Immer
am Ball bleiben.

Ihr

Hermann Gröhe

Bundesgesundheitsminister

Tag der offenen Tür 2016

Das Bundesministerium für Gesundheit lädt am 27. und 28. August 2016, jeweils von 10 bis 18 Uhr, zum Tag der offenen Tür ein. Besucher erhalten Einblicke in die Arbeit des Bundesgesundheitsministeriums und erfahren bei einem bunten Rahmenprogramm Wissenswertes zum Thema Gesundheit.

Mehr Informationen auf der Webseite bmg.bund.de

Welche Ansätze verfolgt das Präventionsgesetz?

Prävention als Gemeinschaftsaufgabe

Um Prävention und Gesundheitsförderung in allen Teilen der Gesellschaft zu stärken, müssen viele Akteure an einem Strang ziehen. Das Präventionsgesetz schafft eine verlässliche Struktur für ihr Zusammenwirken. So können die Krankenkassen, die Pflegekassen, die Renten- und die Unfallversicherungsträger und alle anderen Akteure in Bund, Ländern und Kommunen zukünftig ihre Ressourcen stärker bündeln und sich auf gemeinsame Ziele und Vorgehensweisen verständigen.

Gesundheitsbewusstes Verhalten

Vorbeugen ist besser als heilen. Die Gesundheit zu bewahren – lange bevor sich Vorboten einer Erkrankung zeigen – ist zunächst die Aufgabe jedes Einzelnen. Das Präventionsgesetz stärkt die Eigenverantwortung und steigert die individuelle Gesundheitskompetenz. Wer sich dessen bewusst ist, kann Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum reduzieren.

Gesundheitsfördernde Verhältnisse

Neben den persönlichen Anlagen wirken äußere Einflüsse auf die Gesundheit. Dazu zählen zum Beispiel das Wohnumfeld oder die Arbeitsbedingungen. Das Präventionsgesetz zielt darauf ab, die Lebensverhältnisse so zu verändern, dass sie der Gesundheit förderlich sind. Und zwar genau dort, wo die Menschen ihre meiste Zeit verbringen: in den Kitas, Schulen, Stadtteilen, Gemeinden, am Arbeitsplatz oder im Pflegeheim. Dabei sollen insbesondere die Strukturen in diesen Lebenswelten so verändert werden, dass sie zu mehr Gesundheit beitragen.

Die Verbesserungen finden Sie hier.

Immer am Ball bleiben heißt ...

Präventionsbotschafterin
der Aktion "Immer am Ball bleiben"

Maria Höfl-Riesch

„Prävention wird leider noch immer
unterschätzt. Und weil ich weiß, wie wichtig
Vorbeugen ist, langfristig etwas für seine
Gesundheit zu tun, bin ich gern
Präventionsbotschafterin geworden. Das Thema
muss einfach präsenter werden. Es ist für jeden
einzelnen wichtig, für seine Gesundheit, aber
auch insgesamt für uns als Gesellschaft. Also:
Möglichst in frühen Jahren anfangen und dann
IMMER AM BALL BLEIBEN!“
 

Michael Biegler

Eine sportübergreifende, von Visionen geleitete, disziplinierte, stringente, an großen Herausforderungen orientierte und mit dem nötigen (Ball)-Feeling versehende Vorgehensweise.

Shenia Minevskaja

„Immer am Ball bleiben bedeutet für mich, dass man sich Ziele setzt, die man nicht aus den Augen verlieren darf und für die man Tag für Tag hart arbeiten sollte.“

Kerstin Wohlbold

Für uns Handballer hat das Zitat „immer am Ball bleiben" eine schöne, doppeldeutige Bedeutung. Einerseits wollen wir für unseren Sport werben und freuen uns, wenn viele Kinder und Erwachsene „immer am Ball bleiben" und sich für den Handballsport begeistern. Andererseits ist es für die Gesundheit sehr wichtig, lebenslang Sport zu treiben und auf eine gesunde Ernährung zu achten.

Saskia Lang

Der Satz „immer am Ball bleiben" bedeutet für mich, dass man niemals aufgeben sollte, woran man Spaß hat, egal ob es gut oder schlecht läuft. Er beinhaltet so schön die sportliche, wie auch private oder berufliche Seite: Man sollte immer dabei bleiben, um erfolgreich zu sein.

Martin Nachbar

Immer am Ball bleiben bedeutet, mit Kindern auch den empfohlenen Impfschutz wahrzunehmen und so auch für die Gesundheit der gesamten Stadtgemeinschaft zu sorgen.

Heidi Koschwitz

„Vor der Reha kommt die Prävention und zum Glück bieten sich ja genügend Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung. Immer am Ball bleiben bedeutet für mich, dieses Angebot anzunehmen und damit etwas für mich zu tun.“

Benedikt Zwölfer

Immer am Ball bleiben heißt für mich, ein ausgeglichenes, ausgewogenes Leben zu führen und auf sich selbst zu achten. Es heißt, die Signale zu hören, die man bekommt vom Körper und dann entsprechend zu reagieren.

Gesund leben – Das Präventionsgesetz im Überblick

Erwachsene

Es ist nie zu spät, etwas für die Gesundheit zu tun. Die Devise lautet: Immer am Ball bleiben. So unterstützt das Präventionsgesetz Erwachsene:

  • Der Check-up beim Arzt soll künftig Empfehlungen für Präventionskurse – etwa zur Bewegung, Ernährung oder Stressbewältigung – und eine Überprüfung des Impfstatus beinhalten.
  • Menschen, deren Lebensumstände es nicht ermöglichen, an regelmäßigen Angeboten zur Prävention und Vorsorge teilzunehmen (bspw. Schichtarbeiter und pflegende Angehörige), können diese auch in kompakter Form in Kurorten wahrnehmen. Hierfür erhöht sich der tägliche Zuschuss von der Krankenkasse für die Unterkunft und Verpflegung.
  • Um die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten, wird bei der Begutachtung von Pflegebedürftigkeit immer auch ermittelt, ob auch krankheitsvorbeugende Präventionsleistungen angezeigt sind.
  • Die Pflegekassen erhalten den neuen Auftrag, Leistungen zur Gesundheitsförderung in teil- oder vollstationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen.
  • Um Erwerbslose besser zu erreichen, werden Präventionsangebote der Krankenkassen noch stärker mit den Angeboten der Jobcenter verzahnt.
  • Der Zeitraum der Hebammenhilfe für die Wochenbettbetreuung soll von acht auf zwölf Wochen erweitert und im Gesetz festgelegt werden, auf ärztliche Anordnung auch länger.

Mehr Informationen zu Früherkennung und Vorsorge

 

Kinder und Jugendliche

Die Weichen für ein gesundes Leben werden im Kindes- und Jugendalter gestellt. Über folgende Maßnahmen soll ein gesundes Aufwachsen unterstützt werden:

  • Krankenkassen sollen noch stärker als bisher Angebote in den Lebenswelten von Kindern, etwa in Kitas und Schulen, unterstützen.
  • Die bewährten Vorsorgeuntersuchungen (U- und J-Untersuchungen) sollen künftig bis zum 18. Lebensjahr möglich sein. Neben der Krankheitsfrühherkennung sollen sie individuelle Risikofaktoren erfassen und eine ärztliche Präventionsberatung beinhalten.
  • Familien und Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf sollen vom Kinderarzt auf örtliche und regionale Unterstützungs- und Beratungsangebote hingewiesen werden.
  • Teil der Gesundheitsuntersuchungen soll in allen Altersgruppen die Überprüfung des Impfstatus sein. Bei Erstaufnahme eines Kindes in die Kita muss künftig eine ärztliche Impfberatung nachgewiesen werden.

Mehr Informationen zu Kindergesundheit

 

Betriebliche Gesundheitsförderung

In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Erwerbstätige. Betriebe eignen sich besonders zur Unterstützung von Prävention und Gesundheitsförderung. Daher ist dies ein weiterer Schwerpunkt des Gesetzes:

  • Zukünftig sollen verstärkt gesundheitsfördernde Strukturen in den Betrieben unterstützt werden, etwa gesundes Kantinenessen, ein gesundheitsgerechter Führungsstil oder Angebote zur Stressbewältigung.
  • Auch kleinen und mittleren Unternehmen soll es erleichtert werden, Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung aufzubauen. Hierzu sollen die Krankenkassen in regionalen Koordinierungsstellen Beratung und Unterstützung anbieten und IHKs sowie Innungen und Handwerkskammern beteiligen.
  • Die Kompetenz der Betriebsärzte als Experten für Prävention am Arbeitsplatz soll erweitert werden. Sie können künftig bei arbeitsmedizinischen Untersuchungen eine Präventionsempfehlung abgeben und allgemeine Schutzimpfungen und Gesundheitsuntersuchungen durchzuführen.

Mehr Informationen zu betrieblicher Gesundheitsförderung

 

Impfschutz überprüfen und verbessern

Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen gegen gefährliche Infektionskrankheiten. Künftig sollen alle Routine-Untersuchungen genutzt werden, um den Impfschutz zu überprüfen: bei Kindern und Jugendlichen, bei Erwachsenen und in Betrieben. Zudem muss bei Aufnahme in die Kita eine ärztliche Impœeratung nachgewiesen werden.

Mehr Informationen zu Impfungen

 

Organisation und Finanzierung

Das Präventionsgesetz bündelt die zahlreichen parallelen Aktivitäten zu einer übergeordneten Strategie und vernetzt alle relevanten Akteure.

  • In einer Nationalen Präventionskonferenz entwickeln die Sozialversicherungsträger unter Beteiligung von Bund, Ländern und Kommunen sowie der Bundesagentur für Arbeit und der Sozialpartner eine nationale Präventionsstrategie.
  • Die Soziale Pflegeversicherung erhält erstmals einen spezifischen Präventionsauftrag in der stationären Pflege.
  • Die Krankenkassen sollen künftig mehr Geld in die Prävention und Gesundheitsförderung investieren. Künftig sollen die Kranken- und Pflegekassen mehr als eine halbe Milliarde Euro für Präventionsleistungen bereitstellen; insbesondere in den Lebenswelten wie Kita, Schule, Betrieb und Pflegeeinrichtung.
  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird die Krankenkassen bei der Entwicklung und Qualitätssicherung lebensweltbezogener Konzepte, Angebote und Materialien unterstützen.